Was ist Nuklearmedizin?
Nuklearmedizin ist die medizinische Anwendung von radioaktiven Isotopen zur Erkennung und Behandlung von Krankheiten. In diesem Zusammenhang werden Organfunktionen gemessen.

Was sind radioaktive Isotope?
Radioaktive Isotope sind Atome, die sich unter Aussenden von Strahlen umwandeln. Wir kennen Alpha-, Beta- und Gammastrahlen. Für unsere Untersuchungen eignen sich nur Isotope, die Gammastrahlen abgeben. Gammastrahlen können durch Körpergewebe hindurchgehen und es uns dadurch ermöglichen, Vorgänge im Innern des Körpers zu erkennen. Gammastrahlen gehören zu der Gruppe der elektromagnetischen Strahlen wie z.B. Licht, Röntgenstrahlen, Radio- und Fernsehwellen.

Zur Diagnostik werden nur Isotope mit kurzer Halbwertszeit, die nur Gammastrahlen aussenden, eingesetzt. Am häufigsten wird das künstliche Isotop Technetium-99m (Tc-99m) verwendet, welches eine HWZ von 6 Stunden hat. Dieses Isotop wird täglich in der Praxis vor der Untersuchung aus einem Generator gewonnen.

Ein weiteres für die Herzuntersuchungen benötigtes Isotop ist das Thallium-201(Tl-201). Dieser Stoff ist als Rattengift bekannt. Die Mengen jedoch, die hier verwendet werden, sind so gering, dass sie vom Körper nicht bemerkt werden und absolut harmlos sind. Die HWZ von Tl-201 beträgt 72 Stunden.

Wie funktionieren die nuklearmedizinischen Untersuchungen?
Für die Untersuchung werden ausgesuchte radioaktive Stoffe in den Körper eingebracht, die der Fragestellung der Untersuchung angepasst sind. Deren Verteilung und Anreicherung in den Organen wird mittels einer Gammakamera gemessen und abgebildet. Diese Daten ermöglichen es dem Arzt für Nuklearmedizin, Krankheiten festzustellen und die Funktion von Organen zu beurteilen.